Radpendlerroute Bornheim – Alfter – Bonn

Gemeinsame Stellungnahme der SPD-Fraktionen in Bornheim, Alfter, Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis: 

Die geplante Radpendlerroute von Bornheim über Alfter bis Bonn ist aus SPD Sicht ein wesentliches klimaschutzfreundliches Verkehrsprojekt, um den Umstieg vom Auto aufs Rad für Pendler:innen in den drei Kommunen deutlich attraktiver zu gestalten. Umso größer ist die Verwunderung, dass jetzt ausgerechnet der BUND im Naturschutzbeirat eine alternative Trassenführung für Bornheim beantragt.

Bereits 2013 wurde in Bornheim der Ratsbeschuss zur Radpendlerroute gefasst. Bis 2023 soll die 9,1 Kilometer lange Route beginnend ab dem Haltepunkt der Stadtbahnlinie 18 in Bornheim über Alfter bis zum Bonner Hauptbahnhof realisiert werden. Das Ziel: einen sicheren, komfortablen und attraktiven Radweg für Pendler:innen zu schaffen. Je mehr gute Alternative es zum PKW gibt, desto besser lässt sich CO2 einsparen und damit das Klima schützen.

„Durch die Nutzung eines umweltfreundlichen Verkehrsmittels wird einerseits ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet, andererseits auch eine Entlastung der Verkehrssituation in einem Ballungsraum erreicht“, sagt der Bornheimer SPD-Fraktionsvorsitzende Wilfried Hanft und fügt hinzu: „Die enge Verknüpfung mit dem ÖPNV (Stadtbahnlinie 18) ist ein hervorzuhebendes Merkmal der künftigen Radpendlerroute.“

Bonner SPD-Fraktionsvorsitzende: „Brauchen attraktive Alternativen“

Angelika Esch, Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn, begrüßt den Ausbau der Radpendlerroute ausdrücklich: „Wenn wir den Pendlerverkehr mit dem Auto zwischen Rhein-Sieg-Kreis und Bonn reduzieren wollen, müssen wir attraktive Alternativen anbieten. Die Radpendlerroute wird weitgehend kreuzungsfrei und mindestens drei Meter breit, mit komfortablem Oberflächenbelag ausgestattet und durchgehend beleuchtet sein. Die meisten Streckenabschnitte gibt es heute bereits, sie sind aber teilweise in schlechtem Zustand. Der Routenteil auf Bonner Stadtgebiet ist bereits ein Teil der Pendlerroute von Rheinbach über Swisttal und Alfter nach Bonn, die am 18.05.2020 eröffnet wurde. Wenn man den Klimaschutz ernst nimmt und wirklich Verkehre verlagern und Radfahrerinnen und Radfahrern eine schnelle Anfahrt ermöglichen will, ist diese Route ideal.“

Eine möglichst durchgängige, zusammenhängende, gut befahrbare Trasse ist auch aus Sicht von Christian Lanzrath, Geschäftsführer der SPD Alfter, wichtig, um ein attraktives Angebot zu schaffen: „Wir müssen hier interkommunal denken! Nur so werden mehr und mehr Pendler*innen auf das Fahrrad umsteigen und wir können dem allmorgendlichen Verkehrsinfarkt entgegenwirken.“

Trasse in Bornheim ist alternativlos

Der verkehrspolitische Sprecher der Bornheimer SPD, Thomas Schmitz argumentiert: „Nach acht Jahren unterschiedlicher Planungsphasen geht es nun endlich um eine Beschleunigung des Projektes im Sinne einer notwendigen Verkehrswende. Innerhalb dieser Planungsphasen wurden selbstverständlich auch Alternativen geprüft, wie zum Beispiel über die Königstraße und Pohlhausenstraße. Umsetzbar und praktikabel ist davon jedoch keine gewesen.“

Doch genau dies beantragt nun der BUND in der Sitzung des Naturschutzbeirats des Rhein-Sieg-Kreises am 27. Mai. In der Begründung geht es u.a. um artenschutzrechtliche Bedenken rund um die Zauneidechse und die „weitgehende Zerstörung des gesetzlich geschützten Landschaftsbestandteils 2.4.2-27“ im Bornheimer Stadtgebiet.

Forderung des BUND aus SPD-Sicht unverhältnismäßig

Wer sich diesen geschützten Landschaftsbestandteil vor Ort ansieht, teilt danach nicht unbedingt diese Auffassung. Auch in der Bornheimer Stadtverwaltung gibt es nach aktuellem Kenntnisstand aus umweltpolitischer Perspektive keine Bedenken zur Trassenführung.

Der Bornheimer ADFC-Vorsitzende Stefan Wicht hat sich zusammen mit dem Leiter des Umweltamts, Dr. Paulus, und Bürgermeister Christoph Becker den betroffenen Trassenabschnitt angesehen. Sein Fazit: „Dort gibt es Robinien, nicht-heimische Gewächse, Dornengebüsch und ein paar Bäume, die von Misteln befallen sind und in Kürze absterben werden. Die schützenswerten Teile liegen am Hang an der Aeltergasse, die den Berg hinaufführt, aber nicht direkt an der Trasse der Radpendlerroute. Von einer weitgehenden Zerstörung kann also nicht die Rede sein.“

Für die SPD ist die Forderung des BUND, alles zurück auf Anfang zu setzen, um nach Alternativen Ausschau zu halten, die jedoch nicht vorhanden sind, völlig unverhältnismäßig. „Es wird zudem Naturschutz gegen Klimaschutz ausgespielt. Das darf nicht sein. Hier handelt es sich um einen sehr kleinen Eingriff in die Natur, der aber eine große Wirkung entfaltet: Weniger Pendlerverkehr und damit weniger CO2-Ausstoß schützt am Ende Klima und Natur“, argumentiert die Bornheimer SPD-Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Anna Peters.

Denis Waldästl: „Radpendlerroute Zeichen klimafreundlicher Mobilitätspolitik“

Die SPD im Rhein-Sieg-Kreis ist seit vielen Jahren bestrebt die Verkehrswende durch den Ausbau des ÖPNV und des Radverkehrs voranzubringen. „Die Radpendlerroute ist ein Zeichen moderner, Stadt- und Kreisgrenzen übergreifender und klimafreundlicher Mobilitätspolitik. Wer Klima- und Umweltschutz will, der muss auch die Verkehrswende möglich machen und keine Steine in den Weg legen, so der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Rhein-Sieg, Denis Waldästl.

Auch die umweltpolitische Sprecherin der Bornheimer SPD-Fraktion, Tina Gordon, befürwortet die Bornheimer Trasse der Radpendlerroute: „Der Ausbau der Radpendlerroute Bornheim-Alfter-Bonn ist als zentrale Radwegeverbindung von der Politik beschlossen worden. Wir werden uns zudem dafür einsetzen, dass es für notwendige Eingriffe in die Natur Ausgleichsmaßnahmen geben wird, sei es durch Baumpflanzungen sowie die Anlage artenreicher Blühstreifen.“

Dr. Katja Stoppenbrink: „Aktiver Klimaschutz ist damit auch Naturschutz“

Rückendeckung erhalten die SPD-Fraktionen auch von Bundestagskandidatin Dr. Katja Stoppenbrink (Rhein-Sieg II): „Die Radpendlerroute ist ein effektiver Anreiz für Pendler:innen, vom Auto aufs Rad umzusteigen. Wenn wir es ernst meinen mit unseren Klimaschutzzielen, müssen wir genau solche Anreize schaffen, wo immer es geht. Das lässt sich auch mit Artenschutz vereinbaren: Wir dürfen nicht vergessen, dass mit dem Klimawandel auch massive Verluste von Lebensraum einhergehen werden, die viele Arten bedrohen. Aktiver Klimaschutz ist damit auch Naturschutz. Punktuelle Eingriffe vor Ort können wir kompensieren. Artenschutz und Klimaschutz lassen sich vereinbaren, mehr noch, wir betreiben Klimaschutz, um Millionen Arten vor dem Tod zu bewahren.“