Für gerechte digitale Teilhabe – in Stadt und Land, Arbeit und Privatleben

Wenn ich nicht aus dem Homeoffice meine Studierenden online unterrichtet, pendele ich seit einigen Jahren mehrmals die Woche mit einer Bahncard100 an die Uni Münster, wo ich eine Professur für Philosophie vertrete. In der Pandemie arbeite ich nun von zu Hause: dem schnellen Internet sei Dank. Gerade habe ich gemeinsam mit einer Informatikprofessorin der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ein Forschungsprojekt zu Digitalisierung und Verbraucherteilhabe eingeworben: Forschung ist nicht an einen Ort gebunden, Digitalisierung nicht nur Firmen vorbehalten. Wenn wir unser Land erst richtig digitalisiert haben, verschwinden auch die Stadt-Land-Unterschiede, die in manchen Gegenden die Wohnkosten explodieren, andere Landstriche ausbluten lassen. Die Herstellung der gleichwertigen Lebensverhältnisse, die unser Grundgesetz verspricht, erfordert zwingend Zugang zu einer zeitgemäßen digitalen Infrastruktur an allen Orten und für alle – in der Arbeitswelt und auch privat. Ich werde mich dafür einsetzen.

Digitalisierung für Alle. Egal, ob in der Stadt oder auf dem Land.

Dr. Katja Stoppenbrink

Aus dem Wahlprogramm der SPD:

  1. Die Digitalisierung darf die Gesellschaft nicht spalten. Der Zugang zum Netz muss bezahlbar sein. Für Bürger*innen mit geringem Einkommen, für Schüler*innen und Studierende werden wir darum einen Sozialtarif für den Netzzugang schaffen.
  2. In den 2020er Jahren muss Deutschland zur “Gigabit-Gesellschaft” werden. Um dieses Versprechen einzuhalten, werden wir die Versorgung aller Haushalte und Unternehmen mit einer Bandbreite von mindestens einem Gigabit pro Sekunde garantieren – durch konkrete, gesetzlich festgelegte Ausbau- und Versorgungsverpflichtungen.
  3. Deutschland soll 2030 über eine digitale Infrastruktur auf Weltniveau verfügen, über eine vollständig und durchgängig digitalisierte Verwaltung und ein Bildungssystem, in dem für das Leben in einer digitalen Welt gelernt werden kann.